Wir über uns

Das Projekt „Echo Kamerun“ verbindet das brandenburgische Städtchen Belzig (Landkreis Potsdam Mittelmark) mit der Küstenstadt Kribi in Kamerun.

Die Idee ist eine Partnerschaft „auf Augenhöhe“. Das bedeutet, Menschen von hier und da, Afrikaner und Europäer, sollen sich auf einer ganz persönlichen Ebene begegnen können. Sowohl administrativ als auch privat. Sie sollen einander kennenlernen, einen bereichernden kulturellen Austausch pflegen, gleichberechtigte Handelsbeziehungen aufbauen, Fragen der Stadtentwicklung beraten, Freundschaften entwickeln und auf verschiedenen Ebenen dazu beitragen, ihre Kontinente ein wenig näher aneinander rücken zu lassen. Gedacht ist dabei an Partnerschaften zwischen Schulen, Sport- und Kulturvereinen oder auch den Stadtverwaltungen.

Ein wesentliches Ziel der Projektarbeit ist es, Klischees zu relativieren, falsche Bilder durch authentische zu ersetzen. Das gilt für beide Seiten. Kameruner stellen die größte Gruppe ausländischer Studenten an deutschen Universitäten, aber auch auffallend viele Flüchtlinge. Gute Schulbildung auf der einen Seite, Armut und Perspektivlosigkeit auf der anderen Seite treiben die Menschen unter oft falschen Vorstellungen nach Europa. In ein vermeintliches Dorado, das keines ist. Gezielte Aufklärungsarbeit vor allem unter Jugendlichen, gekoppelt mit Möglichkeiten der Berufsbildung und Existenzsicherung, sind geplante Teilprojekte von „Echo“. Gleichwohl ist angedacht, Flüchtlingen ggf. eine würdevolle Rückkehr nach Kamerun zu ermöglichen.

Eine Partnerschaft auf Augenhöhe schließt also neben aufklärender Information vor allem das Bemühen um eine Angleichung der Lebensbedingungen ein. Obgleich es grundsätzlich um Entwicklung geht, ist „Echo Kamerun“ kein herkömmliches Entwicklungshilfeprojekt. Seine Mitglieder sind keine Spezialisten, sondern ehrenamtlich tätige, interessierte BürgerInnen, die gemeinsam mit den kamerunischen Partnern überlegen wollen, wie sich Einkommenserwerb und Ausbildung stabilisieren, welche Perspektiven sich aus eigener Kraft entwickeln lassen.

Initiator des „Echo“- Projektes ist der Kameruner Jean-Marce Banoho, der vor einigen Jahren als Student nach Deutschland kam, später Asyl beantragte, mittlerweile als Sozialarbeiter für Flüchtlinge in Belzig wirkt und eine Brücke zwischen seinen beiden Heimaten schlagen möchte. Als Kenner beider Kulturen fand er schnell Mitstreiter vom Freundeskreis bis in die Staatskanzlei und knüpfte auch Kontakte in die alte Heimat.

Potsdam-Mittelmarks Landrat Lothar Koch, der Banoho in einem Gespräch am Rande eines Volksfestes überhaupt erst auf die Idee brachte, seine Kompetenzen in einem länderübergreifenden Projekt zu nutzen und seine Wurzeln nicht aufzugeben, setzte sich für das Projekt ein. Im Herbst 2006 wurde „Echo-Kamerun“, noch unter dem Dach des Belziger Forum e.V., mit einer großzügigen Spende der Mittelbrandenburgischen Sparkasse bedacht, die es vier Projektteilnehmern ermöglichte, auf Kontaktsuche nach Kamerun zu reisen.

In der Küstenstadt Kribi traf die Gruppe auf einen ungewöhnlichen Bürgermeister. Grégoire Mba Mba empfing die Delegation nicht nur mit offenen Armen, sondern klaren Vorstellungen von gleichberechtigter Zusammenarbeit.

Seine Politik der Bürgerbeteiligung und Transparenz, der gezielten Förderung von Eigeninitiative im Kampf gegen die Armut beeindruckte uns sehr.

Mittlerweile ist er Oberbürgermeister der Stadt geworden, die seit der letzten Wahl auch vier Stadtteilbürgermeister hat.

Auch wenn seine Aufgabenfülle keine direkte Beteiligung am Echo-Projekt ermöglicht, so ist er doch jederzeit darüber informiert und wird uns unterstützen.