Reiseberichte
April 2011 Besuch von Kees Berkouwer, Jean-Marce Banoho und Jens Gruszka in Kamerun
Langfristiges Ziel und Traum vom ersten Moment an ist die Etablierung einer Lehrwerkstatt zur Berufsaubildung und einer interkulturellen Begegnungsstätte in Kamerun. Dass die kontinuierliche Arbeit der vergangenen vier Jahre diesen Traum der Realität ein Stück näher brachte, zeigte sich beim jüngsten Besuch einer Vereinsdelegation im April 2011.
Den deutschen Echo-Partnern wurde am Lycée Bilingue zunächst ein intensiver und interessanter Empfang mit Musik, Gedichten und poetischen Texten samt einer Podiumsdiskussion zur Bedeutung der Muttersprache und ihrem Einfluss auf das (politische) Denken bereitet. Im Vielvölkerstaat Kamerun mit seinen mehr als 240 ethnischen Gruppen und Sprachen ist dies ein großes Thema.
Gibt es in Bamiliké, Douala oder Bamendja das Wort „Demokratie“ und bedeutet es stets dasselbe?
Stolz präsentierten die Kameruner den neuen Internetraum mit 40 neuen Computern, ausgestattet vom kamerunischen Bildungsministerium, das unsere Partnerschule zur Erprobung neuer didaktischer Methoden ausgewählt hat.
Die Kameruner hatten auch die Idee einer Partnerschaft mit Bad Belzig bereits auf eine breite kommunale Ebene gebracht. Nicht nur sämtliche Schuldirektoren waren trotz der Ferien anwesend. Auch Stadtteilbürgermeister, Verwaltungsmitarbeiter und Abgeordnete nahmen daran teil und vertieften in späteren Arbeitssitzungen mit den deutschen Partnern die angedachten Vorhaben. Als Resultat wurde einerseits der Verein auf kamerunischer Seite gegründet (Echo Kribi-Belzig) , der bereits ca. 50 Mitglieder hat. Die Stadt Kribi stellte ein 20 Hektar großes Grundstück am Stadtrand für die mögliche Begegnungsstätte zur Verfügung. Die Stadtverwaltung wurde zugleich Mitglied des Vereins, um eine Brücke zum Landkreis zu bilden und gegebenenfalls bürokratische Hürden zu vermeiden. Wie auch in Europa können in Kamerun Kommunen eher auf Fördermittel der Regierung zurückgreifen als kleinere Vereine. Für eine erste Begegnungsstätte stellte die Stadt Kribi ein Gästehaus bereit.
„Was uns auf dieser Reise besonders beeindruckt hat, war die Wissbegier und die große Ernsthaftigkeit der Menschen dort“, resümierte Kees Berkouwer. „Wir hatten viele ehrliche Gespräche über die Situation in Kamerun, falsche Vorstellungen von Europa und ganz konkreten Zukunftsvorstellungen von einem würdevollen Zusammenleben mit Europa in Afrika.“
Ebenso wurde die Möglichkeit einer Städtepartnerschaft mit Bad Belzig angedacht, was die Umsetzung vieler Projekte auf internationaler Ebene erleichtern würde. Ein entsprechender Brief an die Bad Belziger Bürgermeisterin Hannelore Klabunde wurde bereits übergeben.
Konkret geplant ist außerdem ein trilateraler Jugendaustausch zwischen Deutschland, Frankreich und Kamerun.
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